Aktualisiert: 20.11.2017
Pressemeldung 26. Juni 2015
Am 28.6. wird die SPD-Wahlkreisabgeordnete Gabi Dobusch gemeinsam mit den Jusos Altona die verlegten Stolpersteine des Erinnerungsprojektes von Gunter Demnig in Altona-Altstadt putzen und hierbei kurze biographische Lesungen veranstalten. Gabi Dobusch, die selbst Patin eines Stolpersteines für einen der Zwangsarbeiter aus dem ehemaligen Zwangsarbeiterlager in der Norderstraße in Altona-Altstadt ist: „In Altona begegnen mir die Stolpersteine quasi auf Schritt und Tritt vor meiner Haustür. So werde auch ich immer wieder daran erinnert, was unseren Mitmenschen in der Nazi-Zeit staatlich legitimiert angetan wurde.“ Dobusch weiter: „Viele Bürgerinnen und Bürger haben damals weggeschaut. Mir ist es deshalb besonders wichtig, die Erinnerung als Mahnung an uns alle wachzuhalten.“
Das Kunstprojekt der Stolpersteine, welches an in der nationalsozialistischen Diktatur verfolgte oder ermordete Personen erinnert, wurde 1997 ins Leben gerufen und gilt mittlerweile als das größte dezentrale Mahnmal weltweit. In über 1.300 Orten in Deutschland, aber auch weiteren europäischen Ländern sind über 50.000 Stolpersteine verlegt oder geplant. Allein in Altona waren es 2007 bereits 77 und noch immer kommen durch die aktive Erinnerungsarbeit vor Ort neue Steine hinzu. Sie halten die Erinnerung an von den Nazis Ermorderte wach, die in Altona gelebt oder gearbeitet hatten, und mahnen zur Verteidigung von Freiheit und Demokratie. Da die mit einer Messingplatte versehenen Steine der Witterung ausgesetzt sind, ist die Inschrift, die das Schicksal des betreffenden Menschen näher beleuchtet, häufig verschmutzt und kaum noch zu sehen. Damit die verfolgten Personen samt ihrer Lebensgeschichte nicht wieder in Vergessenheit geraten, starten die Jusos und Gabi Dobusch jährliche Putzaktionen und Lesungen.